Mediation • Mediation practice • Folgen Sie der Linie!
Folgen Sie der Linie!: Identifying the communicative context
Based on the task and the text, choose the correct information about the communicative requirements of the mediation you are asked to produce.
Thomas Röbke: Folgen Sie der Linie!
Was wäre die heutige Welt ohne Verkehrszeichen, Hinweisschilder und andere Alltagssymbole? Eines der wichtigsten Zeichen entstand, als eine Milchkanne umkippte.
Sie ist nicht ganz dicht. Ein Rinnsal läuft ständig aus der Milchkanne. Die Milch tropft aus dem Lieferwagen auf die Straße, der nun eine weiße Spur hinter sich herzieht. Ein Mann, Edward N. Hines, ist gerade mit seinem Fahrrad unterwegs und beobachtet die Szene. Hines ist Mitglied der Straßenkommission von Wayne County in Michigan/USA und die tropfende Milch bringt ihn 1911 auf eine folgenreiche Idee: Man könnte weiße Streifen auf die Fahrbahnmitte malen, damit die Fahrtrichtungen endlich eindeutig voneinander getrennt sind. Auf alle Straßen seines Bezirks lässt er weiße Linien pinseln – und erfand damit die Fahrbahnmarkierung.
Heute gibt es viele solcher Markierungen und Symbole, durch die wir uns in einer immer komplexer werdenden Welt besser zurechtfinden. Ob Verkehrszeichen, Hinweisschilder in Museen oder Flughäfen, Apotheken- oder Supermarktsymbole – ohne eine gewisse Grundkenntnis von Alltagssymbolen hätten wir kaum eine Chance, uns in einer fremden Umgebung zu orientieren. Wir würden uns heillos verfahren, nur per Zufall rechtzeitig den Zug oder das Flugzeug erreichen, einen Notausgang oder die nächste Toilette finden.
Die ersten vier Verkehrsschilder
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts, als das Automobil und die Mobilität ihren Siegeszug antraten, müssen Bildsymbole und Piktogramme möglichst länderübergreifend verständlich sein. So einigten sich 1909 Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Monaco, Österreich und Spanien in einer Konferenz in Paris auf vier Verkehrszeichen, die wir ganz ähnlich auch heute noch verwenden: beschrankter Bahnübergang, Kreuzung oder Einmündung mit Vorfahrt von rechts, unebene Fahrbahn und Doppelkurve. Vier weitere internationale Konferenzen folgten – mit der vorläufig letzten, der Wiener Konferenz 1968, wurde das heute noch gebräuchliche Stoppschild in der Bundesrepublik eingeführt; die DDR zog 1977 nach. Es ist übrigens das einzige auf der ganzen Welt anerkannte Verkehrszeichen und das einzige, das dank seiner achteckigen Form auch noch völlig verschmutzt oder verschneit eindeutig erkennbar ist.
Als eigentlicher Vater des Piktogramms, dieses Verkehrszeichens der Globalisierung, gilt der Wiener Philosoph und Ökonom Otto Neurath. In den 1920er-Jahren träumte er von einer Sprache, die jedermann auf der Welt verstehen könne. Zunächst realisierte er dies im Wiener Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum, in dem er ein verständlicheres Informationssystem einführte. Er verzichtete auf lange Texte und setzte stattdessen auf Wissensvermittlung über Bilder und Illustrationen. Dadurch definierte er das Museum erstmals nicht mehr nur als Ort des Bildungsbürgertums, sondern machte es auch für bildungsärmere Schichten attraktiv. […]
Aggressive Farben am Flughafen
Eine andere Wurzel der Alltagssymbole sind die Olympischen Spiele: Denn natürlich ist der Bedarf nach einer eindeutigen Kommunikation beim internationalsten Ereignis der Welt am größten. Als erste Vorläufer gelten die 1936 für die Sommerspiele in Berlin geschaffenen Zeichen. Sie waren jedoch noch nicht so konsequent abstrakt und geometrisch wie ihre Nachfolger 1964 in Tokio oder gar 1972 in München. […]
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen führte ab 1968 einheitliche Piktogramme (etwa für Check-in, Ausgang, Gepäckausgabe) und Leitsysteme (etwa die Richtungsschilder zu den Gates) für den Luftverkehr ein. Auch die verwendeten Farben wurden vereinheitlicht. Häufig wird in Flughäfen die Farbe Gelb für Ausschilderungen verwendet – obwohl sie, wenn sie häufig auftritt, aggressiv wirken kann. Der Grund: Für Schilder, die schnell erfasst werden sollen, kommen nur kräftige Farben wie Blau, Rot, Gelb oder Grün infrage. Grün ist in Europa vor allem für Fluchtwege reserviert – die Amerikaner bevorzugen Rot. Auch bei den Autobahnen benutzt man noch verschiedene Farben. In Deutschland sind sie blau gekennzeichnet, Landstraßen gelb. In Italien sind die Autobahnzeichen grün, die Landstraßen blau.
Piktogramme dagegen sind weltweit einheitlicher gestaltet. Welch starke Aussagekraft sie haben, sieht man daran, dass wir sie – selbst wenn sie etwas völlig anderes darstellen – richtig deuten. Nicht Piktogramme von Waschbecken und Kloschüsseln weisen uns den Weg zur Toilette, sondern die stilisierten Umrisse eines Mannes oder einer Frau.
Der Totenkopf ist gar zum Ideogramm geworden, das heißt, er hat eine Bedeutung erhalten, die über den Gegenstand hinausgeht und assoziativer Natur ist: Hier lauert tödliche Gefahr.
Task:
You have an English friend who is an arts student and is currently working on a university paper about pictograms, which were used in the art of Indigenous American and Australian peoples, for instance.
You came across the article above and told your friend about it. He/She would like to use the article for his/her project, but does not speak German. So, he/she has asked you to summarise the main aspects in English and send it to you as an email attachment.
Write the text.
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